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Opfer (Religion) ArtikelIn der Religion ist ein Opfer die mit einem Ritual verbundene Darbringung von Speisen, Weihrauch usw. an Gottheiten oder höhere Mächte zur Entsühnung (Sündopfer) oder mit einer in die Zukunft weisenden Fürbitte verbunden (Bittopfer) oder als Dank für empfangene Wohltaten (Dankopfer).
Da der Mensch der Vorzeit sein Ungenügen verspürte, versuchte er sich vor den himmlischen Mächten zur reinigen, die häufig als missgünstig verstanden wurden, so dass man sie zu versöhnen suchte durch die Hingabe von kostbaren Gaben. Dabei scheute man in vielen antiken Kulturen häufig auch vor Menschenopfern insbesondere der Erstgeborenen nicht zurück.
Von Abraham berichtet das Alte Testament, Gott habe zwar grundsätzlich von ihm auch die Opferung des Sohnes verlangt, jedoch den Ersatz durch ein Opfertier angeordnet. In dem Judentum wurden zur Zeit Jesu die Tieropfer zentral in dem Tempel von Jerusalem vollzogen. Diese wurden durch Schlachtung dargebracht.
Andere Religionen kennen auch die Opferung von Früchten, die wie das geschlachtete Opfer zuweilen verbrannt werden oder aber ganz oder teilweise gegessen werden, zuweilen auch in den Besitz der Priesterschaft übergehen. Beim Trankopfer wird Wein oder ähnliches vergossen.
Das Opfer wird ab und zu geschwungen (Schwingopfer) oder auch emporgehoben (Hebopfer), um es vor Gott sichtbar zu machen.
Darüber hinaus gibt es auch duftende Weihrauchopfer, bei denen Räucherwerk wie Weihrauch und Myrrhe dargebracht wird.
Schon das Alte Testament kennt auch geistige Opfer, so etwa in Psalm 51,19: Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen. Die Propheten kritisierten zuweilen heftig die scheinheilige Opferpraxis und forderten in dem Namen Gottes statt der Tieropfer, die Gott nicht brauche, Barmherzigkeit gegenüber sozial Benachteiligten wie Witwen und Waisen.
Noch radikaler stellt das Christentum das Opfer in Frage. In dem Neuen Testament hat Gott selber sich in Jesus Christus durch seine Menschwerdung bis hin zur letzten Konsequenz des Kreuzestodes als letztes und endgültiges Opfer dargebracht. Hier zeigt sich eine religionsgeschichtliche Wende, insofern hier nicht mehr der Mensch Gott opfert, sondern sich umgekehrt Gott aus Liebe dem Menschen unumkehrbar hingibt. Diese Hingabe wird für die Christen deutlich in den Worten des Abendmahls Das ist mein Leib/mein Blut für euch und setzt sich fort in der frühchristlichen Feier der sonntäglichen Eucharistie, die in dem katholischen Bereich zuweilen auch als Meßopfer genannt wird. Nach katholischem Dogma ist die Messe eine unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfer Christi. Da es aber Brauch ist, bei der Gabenbereitung vor dem Hochgebet eine Geldsammlung abzuhalten, erhielt in dem Volksmund selbige den Namen Opferung.
Auch in das alltägliche Bewußtsein sind religiöse Opfervorstellungen eingegangen, wenn etwa davon gesprochen wird, jemand habe sich für seine Familie aufgeopfert. Auch Rache oder gar Blutrache kann als säkularisierte Form des Opfers und Menschenopfers gedeutet werden insofern ein Ausgleich zwischen einem subjektiv erlebten moralischen Ungleichgewicht geschaffen werden soll. Die Kriminologie spricht vom Opfer einer Straftat.
Die bedeutendste filmkünstlerische Umsetzung des Themas schuf vermutlich Andrei Tarkowski mit seinem Film Offret.
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